„Wir sind auch bereit, Flüchtlinge zu beschäftigen“

Gerade im Reinigungsbereich sind viele ausländische Mitarbeiter beschäftigt. Dipl. oec. troph. Antje Körner-Neumann ist Prokuristin und Leitung Qualitätsmanagement/Personal- und Organisationsentwicklung bei der Deutschen R+S Dienstleistungen in Hannover. Sie sieht die Beschäftigung von Migranten und auch von Flüchtlingen als große Chance, den Mangel an Arbeitskräften auszugleichen und auch ganz direkt Integration durch Arbeit zu fördern.

Frau Körner-Neumann, in Unternehmen in der Gebäudereinigung sind häufig eine hohe Anzahl von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund beschäftigt. Können Sie sagen, wie hoch der Anteil dieser Gruppe bei der Deutschen R+S ist?
Wir haben insgesamt rund 3.700 Mitarbeiter, davon sind 2.300 deutsche Mitarbeiter. Von den ausländischen Mitarbeitern kommen 350 aus der Türkei, 50 aus Griechenland, 40 aus Ghana. Es gibt auch Beschäftigte aus Rumänien, Portugal und Polen, das geht kreuz und quer durch alle Nationen. Prozentual gesehen haben wir rund 30 Prozent ausländische Mitarbeiter.

Bieten Migranten generell die Chance, den Arbeitskräftemangel auszugleichen?
Ja, auf jeden Fall, schließlich haben wir Vollbeschäftigung in Deutschland und wir freuen uns über Menschen mit einer hohen Arbeitsaffinität. Das ist unabhängig von ihrer Nationalität, die Auffassungsgabe und die Affinität zur deutschen Sprache sind uns wichtig. Dann haben sie die große Chance, im Reinigungsdienst leicht und schnell zu lernen. Mit den Tätigkeiten lernen sie Land und Menschen kennen und können sich schneller integrieren. Wir bieten ihnen auch einen entsprechenden Lohn. Das Entsendegesetz haben wir beispielsweise schon viel länger als den Mindestlohn.

Wir sind auch bereit, zeitnah Flüchtlinge in die Beschäftigung zu nehmen, zum Beispiel in den Bereichen Reinigung, Hol- und Bringedienst, Küchendienst bis hin zu patientennahen Dienstleistungen im Krankenhaus. Hier gibt es viele Schnittstellen, wo man Menschen wunderbar integrieren könnte. Wenn die Prozesse in Sachen Aufenthaltsgenehmigung und Sprachkurse beschleunigt würden, könnten man über die Arbeit Integration ermöglichen und den Menschen eine Perspektive bieten.

Wie sehen Ihre Auftraggeber im Reinigungsbereich den hohen Anteil ausländischer Mitarbeiter, die von der Deutschen R+S gestellt werden?
Es gibt Auftraggeber, die sagen, wir möchten deutschsprachige Mitarbeiter. Wir sprechen dann mit ihnen und klären, welche Reviere sind zu besetzen und wie wichtig ist die Sprachkompetenz bei den einzelnen Aufgabengebieten. Wir bieten den Mitarbeitern zur Einarbeitung leicht verständliche Schulungen, die über Bilder, nicht über Sprache und Schrift funktionieren.

Interview: Alexandra Höß

www.deutsche-rs.de

Das komplette Interview lesen Sie in der rhw praxis-Ausgabe 4/2015

Foto: Deutsche R+S