Trockenreinigung – die unterschätzte Tätigkeit!

Wenn man in Deutschland über Reinigung nachdenkt, dann fallen einem immer gleich Putzeimer und Lappen ein – also eine Nassreinigung. Die Trockenreinigung ist meist ein Stiefkind und das zu Unrecht.

Mit einer Trockenreinigung lässt sich vieles einfacher und sauberer erledigen. Denn Putzstreifen, Überdosierungen von Reinigungsmitteln und weitere Reinigungsfehler fallen dabei weg!

Für die Trockenreinigung gibt es vier wesentliche Methoden:
1. Saugen/Kehrsaugen
2. Feuchtreinigung (Öltücher)
3. Klebereinigung (Klebetücher)
4. Kehren
Gleich vorweg: für die professionelle Innenreinigung fällt das Kehren mit Borsten, also nur mit einem Besen, komplett weg. Es wird zu viel Staub aufgewirbelt, so dass alles nur verschlimmert wird.
Das Saugen bzw. Kehrsaugen (also eine mechanische Entfernung von aufliegendem Schmutz mit Borstenerzeugnissen und gleichzeitigem Absaugen von Schmutz inklusive Aufnahme des Schmutzes) ist eine völlig unterschätzte Tätigkeit. Bei einem Teppichboden gibt es keine vernünftige Alternative. Doch auch Hartbeläge lassen sich besonders schnell und effektiv saugen. In privaten Haushalten ist es oft schon selbstverständlich, dass das Parkett, gleich nach dem Teppich, mitgesaugt wird.

Feuchtreinigung mit Öl
Die Feuchtreinigung mit Öl getränkten Tüchern ist altbekannt, aber heute nur noch selten genutzt. Als die Leistungswerte (m²/h) noch nicht ganz so hoch waren, wurde in vielen Krankenhäusern und Seniorenheimen zuerst mit einem „Öltuch“ feucht (staubbindend) gewischt, um dann nochmal nass zu wischen. Doch wer macht das noch? Einen Sinn hatte es allemal, denn so konnte die Hauptverschmutzung im Patientenzimmer, der Textilstaub, beseitigt werden.
Entfällt der erste Arbeitsschritt, so wird sehr häufig der Staub beim Nasswischen angelöst und verbleibt beim falschen einstufigen Wischen. Doch was ist das falsche und was das richtige einstufige Wischen? Das ist ein ganz eigenes Thema, welches in einer der folgenden Ausgaben von rhw management gesondert behandelt wird, denn nach meiner Beobachtung wischen mindestens 60 Prozent aller Reinigungskräfte falsch. Es wurde früher auch falsch gelehrt…
Inzwischen geht man davon aus, dass eine Feuchtreinigung oftmals völlig ausreicht und gar nicht nass nachgewischt werden muss. Jedenfalls nicht jeden Tag. Das ist natürlich abhängig vom Verschmutzungsgrad und der Frequentierung der zu reinigenden Räume. Doch da stößt, besonders bei modernen und homogen geschlossenen Böden, das Öltuch an seine Grenzen. Denn im schlimmsten Fall bildet sich ein leichter Ölfilm, was zur Rutschgefahr beitragen kann. Allein die Vorstellung daran verhindert oft den Einsatz von Öltüchern.

Reinigung mit Klebetüchern
Doch da gibt es eine Lösung: die Reinigung mit Klebetüchern. Das Prinzip ist schnell erklärt. Es wird ein „Klebetuch“ untergelegt und los geht es wie bei den Öltüchern. So ein Tuch ist leicht vergleichbar mit klebenden Fusselrollen. Das funktioniert erstaunlich gut bis hervorragend. Der lose aufliegende Schmutz klebt einfach fest und fertig. Das Reinigen mit Klebetüchern ist noch völlig unterschätzt und bietet sehr große Möglichkeiten!

Mehr zum Thema lesen Sie von Andreas Carl in rhw management 5/2017.