Sanitär: Welcher Reiniger passt wann?

Sanitärräume sind in vielen Bereichen sehr hoch frequentiert und bieten oft ein optimales, feuchtes Milieu für Keime und Gerüche. Doch welcher Sanitärreiniger ist wann geeignet und wann nicht?

Es gibt zwei Arten von Sanitärreinigern, die auf dem Markt vorhanden sind und je nach Reinigungsaufgabe eingesetzt werden können. Zum einen sind das die Unterhaltsreiniger, zum anderen die Grundreiniger. Die Unterhaltsreiniger sind, der Name verrät es, für die tägliche Unterhaltsreinigung anzuwenden. Ziel einer täglichen Reinigung ist neben der Entfernung der sichtbaren Verschmutzungen auch eine Reduzierung der Keime und Gerüche. Vorausgesetzt, dass der richtige Sanitärreiniger eingesetzt wird: Sauer eingestellte Sanitärreiniger, die neben Inhibitoren (Schutzstoffe für empfindliche Oberflächen) und Rückfettern auch organische Säure enthalten.

Gleichzeitig müssen diese aber frei von aggressiven Säuren wie Salzsäure oder Schwefelsäure sein, denn sonst könnten die Oberflächen angegriffen werden. Die Unterhaltsreiniger, die beim pH-Wert bei 2 bis 2,5 liegen, entfernen die Verschmutzungen, die täglich anfallen. Diese basieren in den meisten Fällen auf Zitronensäure.

Die Grundreiniger (hier kann der pH-Wert sogar bei 0,5 bis 1,5 liegen) dagegen sind für die, wie der Name schon sagt, Grundreinigung geeignet. Diese muss, je nach Qualität der täglichen Unterhaltsreinigung, einmal in der Woche oder alle zwei Wochen ausgeführt werden. Zementschleier, Kalk, Wasserspuren, hartnäckige Seifenreste, Rost und vor allem der Urinstein in den Toiletten sind die häufigsten Verschmutzungen, die entfernt werden müssen. In den meisten Fällen ist hier Amidosulfonsäure oder Phosphorsäure enthalten. Beides sind starke Säuren. Hier sollte unbedingt die Dosieranleitung beachtet werden. Eine zu hohe Dosierung kann Schäden an den Oberflächen verursachen.

Saure Reiniger nicht überall einsetzen
Auf vielen säureempfindlichen Oberflächen (Marmor oder manche Kunststoffe) sollte man keine sauer eingestellten Reiniger verwenden, denn diese können die Oberfläche beschädigen. In den meisten Fällen kann allerdings ein saurer Sanitärreiniger angewendet werden. Doch es gibt auch Stellen in den Sanitärräumen, die nicht mit sauren Reinigern bearbeitet werden sollten. Zementfugen können aufplatzen, Marmor und andere kalkbasierte Böden in Mitleidenschaft gezogen werden.

Und: WC-Brillen oder Deckel müssen mit einem neutralen (ab einem pH-Wert von 7) oder alkalischen Reiniger (>7) gesäubert werden, da sonst der Kunststoff angegriffen wird. Eine Reinigung mit Säure verursacht braun-gelbe Flecken auf der Oberfläche. Für diese Art von Oberflächen sind alkalische Reiniger einzusetzen. Diese Reiniger haben in der Regel einen pH-Wert von >7. Als Alternative kann auch eine „Ready to use“-Variante der Reiniger benutzt werden. Diese sind für fast alle Flächen einsetzbar und sparen Zeit bei der Dosierung.
Daniel Faust

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Daneben bietet die rhw management-Ausgabe 10/2015 eine ausführliche Marktübersicht zum Thema Sanitärreiniger

Foto: Wetrok