rhw-Kommentar von Robert Baumann zur Covid-19-Pandemie

„In der Krise zeigt sich der wahre Charakter des Menschen.“ Dieses Zitat wird Altbundeskanzler Helmut Schmidt zugeschrieben. In diesen Tagen mit dem Coronavirus erleben wir wohl alle „ein Leben wie im Film“, oder?

Nicht nur bei vielen Gastronomen, Hoteliers und Reiseanbietern geht es längst ums Überleben. Betroffen sind auch Seminarveranstalter, rund fünf Millionen Selbständige wie Berater, die aufs Reisen angewiesen sind, oder Künstler, die nicht mehr auftreten können.

Inzwischen werden alle Veranstaltungen in ganz Deutschland abgesagt, wohl mindestens bis Mitte Mai 2020. Davon betroffen ist leider auch die 31. Deutsche Juniorenmeisterschaft Hauswirtschaft in Lübeck oder die geplante Jahrestagung des Berufsverbandes Hauswirtschaft e.V. Ende April 2020. Auch wir vom Verlag Neuer Merkur GmbH haben wie der Berufsverband Hauswirtschaft e.V. alle Seminare bis Mai 2020 abgesagt, um unsere Teilnehmer*innen und Mitarbeiter*innen zu schützen.

Aktuell arbeite ich wegen des staatlich angeordneten mehrwöchigen Betreuungsverbotes von Kindern im Home-Office. Ihre rhw management wird Sie jedoch auch weiterhin plangemäß erreichen und somit Ihre fachliche Fort- und Weiterbildung weiterhin direkt nach Hause bzw. auf die Arbeit gelangen – selbst in Zeiten eines Reiseverbots.

Und wie reagiert unsere Branche? Da gibt es den Messe-Caterer Felix Bartsch, der sieben Tonnen Lebensmittel umsonst eingekauft hatte und kürzlich auf einem Marktplatz in Brühl kostenlos zubereitet hat – anstatt die Waren wegzuwerfen. Oder den Blumenhändler, der vor seiner Schließung am 18. März 2020 noch alle Blumen einem Altenheim zur Verfügung gestellt hat. Gerade beim aktuell eingeschränkten Besuchsrecht von Senioren eine besondere Geste! Oder da ist die Lohnabrechnungsagentur, die ohne Aufpreis alles rund um das neue Kurzarbeitergeld für einen Kunden klärt. Und wir planen auch eine ungewöhnliche Kooperation, mehr dazu im Mai 2020. Ja, in der der Krise zeigt sich der wahre Charakter…

Zeigen Sie uns doch, wie Sie jetzt in der Krise Lösungen finden! Mailen Sie mir gerne hierzu  – denn ich glaube, es gibt kaum ein anderes Thema, dass uns alle privat und beruflich so erschüttert und beschäftigt.

Und an die letzten Zweifler, die meinen, „das geht mich nichts an, das trifft doch eh nur die Kranken und Alten“ (leider ist dieser unmenschliche Zynismus durchaus bei einigen Menschen verbreitet).

Ja, es stimmt, wir tun das ausnahmsweise mal nicht (nur) für uns, wir tun es für die Nachbarin, die Anfang 30 ist und gerade aus einer mehrmonatigen Krebstherapie in ihre Familie mit kleiner Tochter zurückkehrt. Oder wir tun es für den Bekannten, der eine schwere Lungenerkrankung wie COPD hat oder eine Verwandte, die Medikamente wegen einer Rheumaerkrankung nehmen muss, die das Immunsystem beeinflussen.

Und spätestens, wenn in ein paar Wochen dann das Intensiv-Pflegebett nicht mehr für die eigenen Angehörigen bereitstehen sollte, werden sich viele von uns daran erinnern, was sie im März und April 2020 getan haben oder vor allem, was nicht. Wobei möglichst oft zu Hause zu bleiben und zwei Meter Abstand zu halten das Beste ist, was wir tun können!

Kennen Sie hierzu schon den Corona-Codex, an dem wir uns alle orientieren können? „Die Unterbindung der sozialen Kontakte ist das A und O, um die Infektionsketten zu unterbrechen“, sagte kürzlich Innenminister Horst Seehofer.

Schließen wir uns dem an!

Bleiben Sie gesund, kritisch und dabei in der richtigen Weise gelassen.

Herzlich, Ihr Robert Baumann (Home-Office seit 18. März 2020 für mindestens vier, fünf Wochen, Sie erreichen mich jedoch weiterhin wie gewohnt über die Büronummer.)

Foto von Robert Baumann — aufgenommen bei einer medizinischen Fortbildung an der Universität 1 Louis Pasteur in Straßburg vor einigen Jahren