Neue Wege bei der Fachakademie in München

Die Betriebswirte/innen für „Ernährungs- und Versorgungsmanagement” an der Alice-Bendix-Schule sehen sich als hauswirtschaftliche Führungskräfte der Zukunft. Doch wie werden sie darauf vorbereitet? rhw management sprach mit vier Lehrerinnen des Städtischen Beruflichen Schulzentrums Alice Bendix in München darüber, wie man neuen Nachwuchs für Fachakademien erreichen und motivieren kann.

„Machen wir uns nichts vor, die Fachakademien in Bayern stehen natürlich in einer Konkurrenz-Situation und wir suchen alle nach Absolventen.“ Tanja Müller (Foto rechts) ist für die Öffentlichkeitsarbeit an der Fachakademie der Alice-Bendix-Schule zuständig und reist durch ganz Bayern, um Absolventen von Fachschulen der passenden Berufe die Vorzüge der Weiterbildung zu erklären. „Auf diese Weise haben wir nachweislich durch Fragebögen erfahren, dass 42 von 45 Absolventen ausschließlich über Mundpropaganda oder unsere PR-Aktion in den Schulen von uns erfahren haben.“
Dabei hat ein Wandel stattgefunden. Gab es 2003 erstmals einen Mann, der angefangen hat, ist der Zulauf von Männern seit der Umbenennung der Weiterbildung in Bayern 2014 von „Hauswirtschaftliche/-r Betriebsleiter/-in“ in „Betriebswirte/innen für Ernährungs- und Versorgungsmanagement“ auf immerhin fast zehn Prozent gestiegen.

Nun starten hier auch Köche und Konditoren
Hinzu kommt: Längst nicht mehr alle, die durchschnittlich im Alter von 22,5 Jahren an der Fachakademie anfangen, stammen aus der klassischen Hauswirtschaft (in Bayern: Assistentin für Ernährung und Versorgung). „Wir stellen eindeutig einen Trend zu Konditoren und Hotelfachkräften fest“, so die Lehrerin für BWL, Angelika Baumann. Hinzu kommen noch:
– Fleischer-Fachverkäufer/innen
– Bäckerei-Fachverkäufer/innen
– Bäcker
– Diätassistentinnen
– Köche
– Gebäudereiniger
– Textilreiniger
– Systemgastronomen sowie
– Restaurantfachkräfte.

Das zeigt ganz deutlich: Nur noch knapp über die Hälfte stammt aus der klassischen Hauswirtschaft, die anderen Bewerber aus vielen anderen Berufszweigen. Die Anzahl der Studierenden mit Migrationshintergrund ist steigend und betrug im Schuljahr 2017/18 rund 20 Prozent.

Im ersten Ausbildungsjahr stehen die Lehrkräfte als Tutoren zur Verfügung. Und es gibt seit 2017/2018 erstmals geheftete Skripte statt Arbeitsblätter, damit die Studierenden auch sehen, was sie in den kommenden Wochen erwartet. „So können diejenigen, die vielleicht ein wenig Schwierigkeiten haben, besser alles nacharbeiten und die anderen wissen schon, was sie vielleicht vertiefen können“, erklärt Angelika Baumann (Foto links).

Robert Baumann

Foto: Robert Baumann

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen rhw management-Ausgabe 5/2018.