Housekeeping auf See – Tagalog gehört dazu

Peggy Rass, Executive Housekeeper bei AIDA Cruises, wurde in diesem Jahr vom Hotelkompetenzzentrum zum „Housekeeping Manager des Jahres 2016“ gekürt. Zur Siegerehrung ist sie extra von Fuerteventura nach München geflogen. Wir sprachen mit einer Frau, die nur selten an Land ist.

Wie kamen Sie zur Kreuzfahrtschifffahrt?
Meine Karriere startete ich als Cabin Stewardess auf einem Flusskreuzfahrtschiff, dann ging es an die Rezeption und es hat nicht lange gedauert, bis ich auch schon als Housekeeper an Bord gearbeitet habe. Dann zog es mich aber erst einmal wieder zurück an Land. Ich war als Assistant Housekeeper in einem Hotel in Irland tätig und habe in dieser Funktion auch die Eröffnung des Hotel de Rome in Berlin mitgemacht. Meine nächste Station war dann die Autostadt Wolfsburg, bevor es mich wieder aufs Wasser, zu AIDA Cruises, zog.

Seit wann arbeiten Sie dort?
Mein erster Einsatz für AIDA Cruises begann im Juni 2010 auf AIDAblu.

Beschreiben Sie uns kurz Ihren Verantwortungsbereich? Wie viele Mitarbeiter führen Sie?
Eigentlich kann man das ganz einfach beschreiben: Ich bin mit meinem Team von derzeit 100 Mitarbeitern dafür verantwortlich, dass das Zuhause auf Zeit unserer Gäste und der Crew hier an Bord immer tip top sauber und gepflegt ist angefangen von den Kabinen über alle öffentlichen Bereiche für unsere Gäste bis hin zum Crewbereich, inklusive der Crewkabinen. Mir untersteht ebenfalls die Wäscherei, die Uniformverwaltung und die gesamte Lagerhaltung und Materialwirtschaft in diesem Bereich, egal ob es um Wäschebestellungen, Reinigungsgeräte, Reinigungsmittel oder neue Matratzen geht.

Mit wie vielen unterschiedlichen Nationalitäten arbeiten Sie zusammen?
In unserer gesamten Flotte arbeiten derzeit Mitarbeiter aus über 40 Nationen. Bei mir im Houskeeping Department sind es in der Regel aber nur vier, manchmal fünf verschiedene Nationen.

Aus welchen Ländern stammen diese Mitarbeitenden denn?
In meinem Team kommen die Mitarbeitenden vor allem von den Philippinen, aus Indonesien und Indien. Außerdem gibt es noch Kollegen aus Ungarn und Rumänien.

Wie wird an Bord kommuniziert?
Meine Muttersprache ist deutsch, aber die kommt im Arbeitsalltag an Bord eher weniger zur Anwendung, denn die Bordsprache ist Englisch. Ich spreche aber auch ein wenig Spanisch und Tagalog. Das ist die Hauptsprache auf den Philippinen und als austronesische Sprache auch dem Indonesischen ähnlich. Das hilft mir ganz gut dabei, meine asiatischen Teams zu motivieren.

Was unterscheidet Ihre Arbeit auf dem Schiff von der an Land?
Ich muss an Bord natürlich viel vorausschauender planen. Was ich nicht rechtzeitig bestelle oder berücksichtige, fehlt später. Und die meisten Dinge kann ich nicht mal eben schnell „besorgen“. Ein zweiter Punkt ist: Im Hotel habe ich Feierabend und gehe nach Hause. Natürlich habe ich auch hier an Bord meine geregelten Arbeitszeiten, aber man organisiert sich anders und verbringt seine freie Zeit meist mit den Kollegen. Man genießt seine freie Zeit ganz anders als an Land. Und als Chef bin ich eigentlich immer „im Dienst“.

Interview: Robert Baumann

Das komplette Interview lesen Sie in der rhw management-Ausgabe 7-8/2016

Foto: Ove Arscholl