Hausgemeinschaften: Vom Projekt zur Anstellung

Anke Engel ist freiberufliche Dozentin. Im Rahmen einer Weiterbildung überarbeitete sie das Verpflegungskonzept für die Hausgemeinschaften des Ernst-Christoffel-Hauses in Nümbrecht bei Köln. Nach Abschluss der Arbeit wurde ihr dort die Stelle als Hauswirtschaftsleitung angeboten, die sie inzwischen erfolgreich ausgeführt – dabei war das gar nicht geplant!

Als freie Dozentin unterrichtet die staatlich geprüfte Ökotrophologin Anke Engel seit mehreren Jahren Ernährungslehre in Klassen der Altenpflege und für gerontopsychiatrische Betreuungskräfte. Sie hatte aber selbst bisher nur wenig praktische Erfahrungen im Seniorenbereich.

„Das entsprach nicht meinem Qualitätsanspruch an einen guten Unterricht“, sagte die 49-Jährige. Eine Möglichkeit wäre ein Praktikum/eine Hospitation in einem Seniorenheim gewesen. Da sie zudem wusste, dass ihre Auftraggeber – die Bildungsträger – regelmäßige Fortbildungen ihrer Dozenten fordern, entschied sie sich für den Kurs „Fachwirt für Seniorenverpflegung des DVLAB“ (die nächste Weiterbildung startet am 22. Februar 2016 in Berlin). Zu dem Kurs gehört auch ein praxisbezogenes Projekt. Wie ist es ihr damit ergangen?

Arbeitshilfen für die Präsenzkräfte
„Herangegangen bin ich mit etwas Bauchweh, denn alle anderen Teilnehmer arbeiteten ja bereits in ihrer Einrichtung – für mich hingegen war alles offen, es gab sozusagen keine Leitplanken“, erinnert sich Engel. Sie hat dann einfach ein Haus in der Nähe ausgewählt. „Warum das Ernst-Christoffel-Haus, kann ich nicht einmal sagen, vielleicht, weil ich mir vorstellte, in den kleineren Gefügen der sieben Hausgemeinschaften mit jeweils zwölf Bewohnern eher einen Überblick und ein Projektthema zu finden.“

Eine Herausforderung war, dass in dem Haus mit 92 Bewohnern aktuell eine Hauswirtschaftsleitung fehlte, denn diese wäre ihre Schnittstelle in die Praxis gewesen. So waren die Assistentin des Einrichtungsleiters und die Pflegedienstleitung ihre Ansprechpartner. Es war Anke Engel wichtig, zu dem Verpflegungskonzept und dem neuen Kostformkatalog auch praxisbezogene Arbeitshilfen für die Präsenzkräfte zu entwickeln. Dabei ist ein Tabellenhefter entstanden, indem für die angebotenen Kostformen ganz praxisbezogen geeignete und ungeeignete Lebensmittel aufgeführt sind.

„Eigentlich entstand dies nur, weil ich ja zu der Projektzeit auswärts als Dozentin arbeitete und den Präsenzkräften etwas an die Hand geben wollte, wenn ich nicht in der Einrichtung bin.“ Doch diese Seiten werden bis heute gerne genutzt.
Sascha Kühnau/Robert Baumann

Mehr zum Thema lesen Sie in der rhw management-Ausgabe 12/2015

Foto: Ernst-Christoffel-Haus (ECH), Nümbrecht