Frage des Monats Juli 2016 – Waschen der Arbeitskleidung berechnen

Unsere Einrichtung ist in die eigentliche Pflege und eine Service-Tochter, unsere Dienstleistungs-GmbH, aufgeteilt. In unserer hauseigenen Wäscherei (Dienstleistungs-GmbH), waschen wir die Bewohnerkleidung unserer 50 Bewohner der Pflege sowie Küchenwäsche, Küchenkleidung, Reinigungstextilien. Unsere Arbeitskleidung der Pflegemitarbeiter ist im Moment über Leasing außer Haus gegeben.

Da wir gerade in den Sommermonaten Probleme mit der sehr dicken Kleidung und auch mit der Wäschemenge und dem Anlieferzyklus haben, war der Wunsch der Heimleitung, des Eigentümers und mir als HWL in der Pflegeabteilung, die Wäsche wieder ins Haus zu holen und selbst zu waschen.

Meine Kollegin, HWL der Dienstleitung, wurde beauftragt, das schrankfertige Waschen und Richten der Arbeitskleidung zu berechnen. Hierbei sind Zahlen entstanden, die ich für viel zu hoch halte. Das Aufbereiten eines Kasaks würde 15 Cent (ohne Anschaffungskosten) mehr kosten als in unserem Leasing-Vertrag. Auch die Aufbereitung einer Hose würde 20 Cent mehr kosten als bei unserer Leasing-Wäscherei. Gibt es Anhaltspunkte oder Kennzahlen für kleine Wäschereien? Wie lassen sich die Mehrkosten sinnvoll den Eigentümern erläutern?

Antwort von M. Christine Klöber
Ihre Fragestellung hat viele Aspekte, die es beim Berechnen von Anschaffungs- und Aufbereitungskosten für Berufsbekleidung zu berücksichtigen gilt.

Da mir Ihre Kostenkalkulation der hauswirtschaftlichen Kollegin, ebenso wie die Kosten des Leasinggeber nicht vorliegen, kann ich zu den ermittelten internen Kosten leider keine Aussage treffen. Grundsätzlich kann es sein, dass es intern teurer ist, muss allerdings nicht zwangsweise so sein. Dies kommt auf die, der Berechnung zugrundeliegenden, Arbeitsstrukturen und Prozessabläufe an. Da Sie derzeit ja an einen Leasingvertrag gebunden sind, werden Sie ohne Restlaufzeitabschlag und Übernahme der geleasten Kleidungsteile zum Restwert nicht aus dem Vertrag herauskommen. Dies sind in jedem Fall zusätzliche Kosten. Hatte die Dicke des Materials seinerzeit bei der Auswahl einen besonderen Grund?

Kennzahlen kann man natürlich bilden, hierzu muss allerdings eine entsprechende Datenbasis vorhanden sein. Sie schreiben, dass Sie eine kleine Wäscherei in der Einrichtung haben. Meine Empfehlung ist, dass Ihre hauswirtschaftliche Kollegin eine Vollkostenrechnung erstellt. Im Vorfeld müssten Bekleidungsstandards erstellt werden, damit die zu erwartende Menge Berufsbekleidung richtig berechnet werden kann. Meine zweite Empfehlung ist, dass Sie generell eine Waschkosten- und Mengenberechnung erstellen lassen, um neutrale Kennzahlen zu erhalten, anhand derer ein Vergleich mit anderen artgleichen Betrieben durchgeführt werden kann.

Mehrkosten lassen sich sicher einrichtungsspezifisch argumentativ vertreten, wenn die Argumente auch schlüssig und vertretbar sind. Hierzu müsste ich Ihr Vertragswerk und die internen Prozesse kennen. Sicherlich haben Sie sich konkretere Antworten erhofft, aber so einfach ist das mit dem Thema Textilien und Kosten leider nicht. Es lohnt sich allerdings in jedem Fall, sich mit diesem kostenintensiven Arbeitsbereich zu beschäftigen, da es ein wichtiger Bereich der Altenhilfe ist.

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Alle Antworten finden Sie in der rhw management-Ausgabe 7-8/2016