Ein Strauß Blumen für die Hauswirtschaft

Dass ein Staatsminister eine Kita besucht, um dort mit einem über zweistündigen Besuch die Bedeutung der professionelle Hauswirtschaft herauszustellen, das ist dann doch etwas Besonderes. So geschehen am 16. Februar 2017 in der Einrichtung „Evangelisches Haus für Kinder Messestadt-West“ der diakonia in München-Riem. Am Ende verteilte der Minister sogar Blumensträuße an das Hauswirtschaftsteam.

Insgesamt werden von diakonia 20 Kindertageseinrichtungen mit über 1.200 Kindern in München betreut. Der pädagogische Ansatz ist, Hauswirtschaft für Kinder erlebbar zu machen und so ihre Alltagskompetenz zu fördern. Denn auch, wenn Kochsendung Konjunktur haben, wird nur noch in etwa 41 Prozent aller Privathaushalte selbst gekocht, sagte Staatsminister Brunner. Hinzu komme, dass die meisten Kinder immer länger außer Haus betreut werden und damit weniger den häuslichen Alltag in der Familie miterleben.

Im Evangelischen Haus gehen Pädagogik und Hauswirtschaft Hand in Hand. Neben dem Üben der feinmotorischen Fähigkeiten durch verschiedene Spiele lernen die Kinder Alltagskompetenzen und wischen beispielsweise ihre Fingerabdrücke am Garderobenspiegel selbst ab. Die Großen unterstützen die Hauswirtschafterinnen der Einrichtung auch beim Legen der Wäsche. So sind die Lätzchen und Tücher wieder einsatzbereit.
Heute ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Kinder diese Grundlagen der Haushaltsführung zu Hause erleben. Hier sind immer mehr die Kindertagesstätten gefordert.
Aus diesem Grund besuchte Staatsminister Brunner die Kita und informierte sich dort, wie die hauswirtschaftlichen Fachkräfte der diakonia inhouse die Arbeit der Kindertagesbetreuung bereichern. Besonders beeindruckt zeigte er sich von dem pädagogischen Ansatz, Hauswirtschaft für Kinder erlebbar zu machen und so spielerisch deren Alltagskompetenz zu fördern.

Hauswirtschaft für Kinder erlebbar machen

„Wir müssen auf die veränderte gesellschaftliche Realität reagieren und unseren Kindern die notwendigen Erfahrungsräume schaffen“, betonte Brunner. „Denn je mehr und länger Kinder außer Haus betreut werden, desto weniger bietet sich ihnen die Möglichkeit, diese Erfahrungen im häuslichen Alltag zu erleben und aktiv mitzugestalten.
Wenn dann zum Beispiel die Reinigungsarbeiten außerhalb der Öffnungszeiten der Kita stattfinden oder das Essen fertig angeliefert wird, gehen den Kindern wesentliche Alltagserfahrungen verloren. Hauswirtschaft sollte daher in der Kita nicht nur erlebt, sondern auch von den Kindern umgesetzt werden.“

Die diakonia inhouse als hauswirtschaftlicher Servicebetrieb, der mittlerweile für 20 Kindertagesstätten mit über 1.200 Kindern zuständig ist, setzt dies beispielhaft um. Das hauswirtschaftliche Fachpersonal ist für die Kinder vor Ort präsent und im Erziehungsgeschehen integriert.
Die Kinder lernen ganz selbstverständlich, dass hauswirtschaftliche Aufgaben zum Alltag gehören, dass diese Aufgaben wichtig und anerkannt sind. Sie lernen, wie der Tisch zu decken ist, dass die Teller nach dem Essen zu stapeln und die Tische mit dem richtigen Tuch abzuwischen sind. Mit ihrem neuen Verpflegungskonzept setzt diakonia inhouse auf Frische und Regionalität sowie die Vermeidung von Lebensmittelabfällen (siehe Artikel in der kommenden Ausgabe 5/2017).

RoB/Red

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Foto: Nicolas Armer/StMEL