Ausbildung mit Ziege

Der Berghof in Schöllkrippen im Landkreis Aschaffenburg: ein ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb, ein Hofladen, ein Partyservice und jede Menge Ziegen! rhw management sprach mit Hauswirtschafterin Monika Schudt über die Ausbildung, über ihre Wünsche für die Zukunft – und über Produkte von Ziegen.

Was hat Sie dazu bewogen, eine Ausbildung zum/zur ländlichen Hauswirtschafter/in auf Ihrem Hof anzubieten?
Ich selbst habe meine Meisterprüfung abgelegt, mein Betrieb ist daher berechtigt, auszubilden. Und diese Chance habe ich gerne ergriffen. Mir bereitet es sehr viel Freude, mein Wissen an junge Menschen weiterzugeben. Zudem bin ich von meiner Ausbildung und dem Berufsfeld der Hauswirtschaft so überzeugt – es ist ein wahnsinnig vielfältiges Feld – dass ich alles daran setze, dieses Wissen weiterzugeben. Vor allem unseren Praktikanten, die teilweise nur einige Wochen bei uns sind, gebe ich gerne so viel wie möglich mit auf den Weg.

Seit wann bieten Sie die Ausbildung an? Wie viele junge Menschen haben Sie bereits ausgebildet?
Die erste Auszubildende in der ländlichen Hauswirtschaft begann im Jahr 2004 auf unserem Hof. Bislang hatten wir nie mehr als einen Auszubildenden zur gleichen Zeit. Insgesamt sind es bisher insgesamt sechs Auszubildende – natürlich alles Mädels. Allerdings hatten wir auch einige Bewerbungen von Jungs. Das hat allerdings noch nicht gepasst oder geklappt. Einmal beispielsweise hat ein junger Mann zur Probe gearbeitet aber die Chemie zwischen uns hat leider nicht gestimmt.

Neben der Ausbildung sind wir seit drei Jahren auch ein Praktikumsbetrieb und kooperieren mit der Berufsschule in Aschaffenburg. Wir hier auf dem Berghof hatten glücklicherweise noch keine Probleme, Bewerber zu bekommen. Das liegt wahrscheinlich an unserem vielfältigen Angebot.

Ein gutes Stichwort: Was macht die Ausbildung so besonders? Immerhin wurde ihr Hof 2015 vom Bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner als innovative Ausbildungsstätte ausgezeichnet …
Die Vielfältigkeit, die wir bei der Ausbildung auf dem Hof anbieten können, ist auf jeden Fall einer der Gründe für die Auszeichnung.

Wir vermitteln unseren Auszubildenden beispielsweise ein Bewusstsein für gute Lebensmittel; wir bringen ihnen bei, was gute Lebensmittel ausmachen und wie die Verschwendung von Lebensmitteln vermieden werden kann. Alles wichtige Themen der Hauswirtschaft – und gleichzeitig Themen, die uns aber auch im täglichen Leben begegnen. Dadurch, dass unsere Schützlinge auch den Arbeitsaufwand im Bereich der Tierhaltung und der Futtergewinnung durch Fachgespräche mitbekommen, können wir sie für dieses Thema sensibilisieren. Sie erfahren durch die Arbeit hautnah, was alles vonnöten ist, um ein Lebensmittel zu produzieren oder einen Rohstoff zu verwenden. Unsere Auszubildenden sollen in der Ausbildungszeit auf dem Hof die souveräne Verwendung von Lebensmitteln lernen. Bei uns ist der Schöpfungsgedanke sehr zentral, denn es ist wichtig, der Nachwelt etwas zu hinterlassen.

Ferner sind wir ein Familienbetrieb. Wir geben unseren Leuten neben den inhaltlichen Aspekten auch Toleranz und ein soziales Gefüge – welches Sicherheit und Stärke vermittelt – mit auf den Weg. Sie müssen sich in eine Großfamilie eingliedern und mit den Eigenheiten eines jeden Familienmitgliedes klarkommen.

Durch den Hofladen und unseren Partyservice können wir zeigen wie die Zusammenarbeit mit Kunden funktioniert. Eine gute und faire Basis ist für beiden Seiten wichtig, um längerfristig zu kooperieren. In erster Linie zählt nicht der Profit, sondern, dass unsere Kunden gute Produkte erhalten. Wir möchten durch Qualität und Werte überzeugen. Die Arbeit soll für alle Seiten positiv sein.

Interview: Eva Maria Reichert

www.derberghof.de

Das komplette Interview lesen Sie in der rhw management-Ausgabe 7-8/2016

Foto: Alexander Haselhoff