Apps: Wenn der Reinigungswagen mehr weiß als Sie!

Auf der Reinigungsfachmesse CMS in Berlin zeigten die Hersteller, wie die Digitalisierung Einzug gehalten hat in die Reinigung. Reinigungswagen berechnen die besten Routen, die Arbeitszeit wird im Vorbeigehen erfasst und die Bestellung von Material gibt es per Knopfdruck am Smartphone. Ein Überblick.

Dass ein QR-Code auf dem Etikett der Flasche direkt mit dem Handy verbunden werden und die richtige Anwendung als Video abgerufen werden kann, ist ein Angebot von Tana. Die Anwendungsvideos zeigen die professionelle Reinigung und Desinfektion von Hotelzimmern, Arztpraxen, Sanitäranlagen, Klassenräumen und Küchen. Darüber hinaus wird ab Anfang 2018 auch eine offline-Trainingsplattform verfügbar sein. Dahinter steht die Trainingsplattform von Quick & Easy – so wird laut Tana auch Quereinsteigern oder Menschen mit geringen Deutschkenntnissen ein schneller Start ermöglicht.

Auch bei Orochemie kann über die App sofort auf die Produktbeschreibungen und auf Infos zur richtigen Anwendung zurückgegriffen werden.

Vision Clean mit gedrucktem Buch

Geschäftsführer Peter Henning ist bekannt für sein Qualitätsmesssystem Vision clean und hat – ungewöhnlich genug – als Vorreiter von Apps zur CMS eine gedruckte Broschüre vorgestellt. Auf rund 80 Seiten wird Reinigungskräften mit Bildern und Piktogramm erläutert, wie sie am besten Räume reinigen, Maschinen aufbereiten und spezielle Herausforderungen meistern können. Das Buch hat 80 Seiten und kostet 19,80 Euro – bei einer Abnahme von mehr Exemplaren gibt es Rabattmöglichkeiten. Die Anwender von Visionclean Control berichten, dass es einfacher ist, mit Bildern zu bewerten, als sich als Prüfer durch Unmengen von Text quälen zu müssen. Hinzu kommt, dass man dank dem Prüfbild nichts vergisst, weil alle Prüfspots abgebildet sind.

Welche Papiere zuerst nachfüllen?

Mit dem IT-basierten Waschraumservice Tork „EasyCube“ ist es für Reinigungskräfte leichter geworden, Papier- und Seifenspender in Waschräumen bedarfsgerecht nachzufüllen. Der Sensor von „EasyCube“ befindet sich im Behälter und sammelt Daten zu Besucherzahlen und Füllständen in Echtzeit. Und so kann das am Reinigungswagen zu befestigende Tablet eine Art Navigator werden: „Denn über die App von Tork kann die Reinigungskraft dort virtuell direkt erkennen, welche Papiere zuerst nachgefüllt werden müssen und die App schlägt sogar vor, wo die Route gestartet werden muss, also wo bei Dienstbeginn der Engpass an Papier am größten ist“, erläutert Stefan Bruckmann, Brand Communications Manager bei Tork.

Qualitätsmanagement mit Kunden-Feedback

„Qmtouch“ der Zwetko GmbH Olching ist eine Hardware- und Softwarelösung zur Erstellung von Kunden-Feedback, Qualitätsmessung, Dienstleistungssteuerung und Zeiterfassung.

Ohne großen Aufwand kann eine Kundenbefragung mit Qmtouch durchgeführt werden. Das Ergebnis: man erfährt, wie der Kunde über eine erbrachte Dienstleistung denkt. Durch wenige Klicks auf die selbsterklärende Touch-Oberfläche hat der Kunde die Möglichkeit, eine anonyme Bewertung abzugeben. Der Standort und der Zeitpunkt der Beurteilung werden protokolliert. Die Qualität der Dienstleistung kann so einfach beurteilt werden. Die Hardware wird dort aufgestellt, wo das Angebot erbracht wurde, beispielsweise beim Ausgang eines Sanitärraums. Qmtouch kann zusätzlich als Dienstleistungssteuerungs- und Zeiterfassungsinstrument eingesetzt werden. Bei der Steuerung hat man die Möglichkeit, sich am tatsächlichen Bedarf zu orientieren, wenn das Qmtouch-System mit Sensoren zur Personenzählung ausgestattet ist. Bei gehäuften Negativbewertungen löst Qmtouch eine Alarmmeldung aus, die das Reinigungspersonal hierüber informiert. Auf die Daten und die Auswertung kann über die Webapplikation mit jedem internetfähigen Gerät zugegriffen werden.

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen rhw management-Ausgabe 3/2018.

Peter Strauch/Robert Baumann