Reinraum: Arbeiten wie im „Space-Shuttle“

Wenn man mit HBL Manuela Boguslawski über ihren Beruf spricht, merkt man gleich: Sie ist begeistert – sowohl von ihrem Arbeitgeber, der TEREG Gebäudedienste GmbH in Hamburg, als auch von ihrer Tätigkeit als Bereichsleitung bei einem großen Kunden, der in der Halbleiterproduktion tätig ist. rhw management sprach mit ihr über den anspruchsvollen Job.

Die Mitarbeiter von Manuela Boguslawski sehen aus, als wollten sie eine Weltraumkapsel besteigen: In einem Ganzkörper-Overall plus Haube mit integriertem Mundschutz sowie Überziehstiefel mit rutschfester Sohle durchlaufen sie eine Einschleuseprozedur im Umkleidebereich, stellen sich unter eine Luftdusche, die partikelarme Luft auf sie pustet, erst dann können sie ihren Arbeitsplatz betreten: die Reinräume in einem Unternehmen der Halbleiterproduktion.

Maximal zwei Stunden im „Mondanzug“
Maximal zwei Stunden können die Mitarbeiter in den „Mondanzügen“ Reinigungsprozesse durchführen. „Sie müssen sich dabei quasi in Slow Motion, also ganz langsam bewegen, denn durch Bewegung entstehen Turbulenzen und dadurch werden Partikel aufgewirbelt und die können das Produkt schädigen“, erklärt die Bereichsleitung. Gearbeitet wird mit speziellen zertifizierten Reinigungsmaterialien, die weder Partikel abgeben noch eine elektrostatische Aufladung haben.
Die Reinraum-Reinigung gilt als „Königsdisziplin“ der Gebäudereinigung. Im Norden Deutschlands gibt es nur wenige Firmen, die diese Dienstleistung anbieten. „Bei meinem ersten Aufenthalt im Reinraum kam ich mir vor wie im Space-Shuttle“, sagt Manuela Boguslawski lachend und gibt zu, dass sie erst mal bei Wikipedia den Begriff „Reinraum“ nachlesen musste, als sie 2011 als Bereichsleitung ihr derzeitiges Objekt übernahm.

Heute ist sie Profi auf diesem Gebiet, hat sie doch im letzten Jahr zusammen mit einem Mitarbeiter einen IHK-Zertifikationskurs absolviert und darf sich seitdem „Reinraum-Servicetechnikerin“ nennen. „Das war eine ganz harte Woche für mich und erst mal eine fremde Welt. Man lernt zusammen mit Technikern und Monteuren.“ Doch sie hat sich in die Materie hineingekniet, auch abends noch viel gelernt und die abschließende Prüfung sogar mit „Sehr gut“ bestanden. Als Servicetechnikerin kann sie nun in ihrem Objekt Partikelmessungen übernehmen oder auch Filtereinheiten wechseln. „Das ist ein neuer Bereich, den wir unseren Kunden anbieten können.“
Alexandra Höß

Mehr zum Thema lesen Sie in der rhw management-Ausgabe 11/2014