Mein (Bildungs-) Weg in der Hauswirtschaft

Von der Hauswirtschaftsausbildung zum Studium und weiter: Daniela Katz (27) stellt in eigenen Worten ihren ungewöhnlichen Karriereweg in der Hauswirtschaft vor, der mit Vorurteilen aufräumen und Mut machen soll.

Mein Weg begann bereits in der 6. Klasse der Realschule. Meine Schwester hatte eben die Ausbildung zur Hauswirtschafterin in einem ländlichen Familienbetrieb begonnen. Die Vielseitigkeit, von der sie erzählte, die Möglichkeiten als auch die verschiedenen Arbeitsbereiche dieses Berufs beeindruckten mich sehr und mir war klar: Das will ich auch!

So stand für mich fest, dass ich ab der 7. Klasse „Mensch und Umwelt“ als Wahlpflichtfach wählen würde. Als ich mich in der 8. Klasse einmal bei meinem Chemielehrer beschwerte, wozu ich das alles lernen muss und dass ich das bestimmt nie wieder in meinem Leben brauchen würde, lachte er und entgegnete, dass ich besonders in der Hauswirtschaft Chemie brauchen werde … Und er sollte Recht behalten!

Hauswirtschaft? Berufsberater wusste wenig …
Während der Zeit der schulischen Berufsorientierung in der 9. Klasse bemerkte ich erstmals, dass Hauswirtschaft nicht die Popularität besitzt, die sie haben sollte und von der ich bis dahin ausgegangen war. Der Berater am Berufsinformationszentrum BIZ wusste über den Beruf und die Weiterbildungsmöglichkeiten weniger als ich und auf die Frage nach Material drückte er mir ein Video über den Beruf der Diätassistentin in die Hand – das sei ja so ähnlich…
Selbst als ich bereits meine Zusage für einen Ausbildungsplatz hatte, meinte mein Klassenlehrer in der 10. Klasse: „Wie kann man nur mit so einem guten Notendurchschnitt Hauswirtschafterin lernen?! Überlege es dir noch mal, willst du nicht lieber Abitur machen?“

Ausbildung statt Abitur
Doch mein Entschluss war schon lange gefasst Hauswirtschaft ist genau mein Ding. Die Ausbildung in den Christlichen Gästehäusern der Liebenzeller Mission im Monbachtal machte mir großen Spaß und es verging kein Tag, ohne etwas gelernt zu haben und noch viel wichtiger: An keinem einzigen Morgen hatte ich das Gefühl des Müßiggangs, sondern war, wenn auch oft müde, voller Vorfreude auf den Tag und was er bringen mag. Hier ein paar Beispiele: Service auf Hochzeiten, auf Großveranstaltungen mit bis zu 2.000 Teilnehmer/innen kochen, eine Schwarzwälder Kirschtorte zubereiten, an der Theke im Café arbeiten, Weihnachtsdekoration und Weihnachtsbäckerei herstellen, diverse Reinigungsaufgaben und so weiter.
RED/RoB

Mehr zum Thema lesen Sie in der rhw management-Ausgabe 10/2015

Foto: Privat