Kita-Verpflegung: 0,75 bis 6 Euro pro Essen

Immer mehr Kinder essen in der Kita zu Mittag, ihre Verpflegung entspricht allerdings nur in jeder dritten Kita anerkannten Standards. Zu diesem Ergebnis kommt die im Juni 2014 erschienene Studie „Is(s)t KiTa gut?“ der Bertelsmann Stiftung

Die Studie hat erstmals repräsentativ Qualität und Kosten des Mittagessens in Kitas untersucht hat. Fazit: Die Verpflegung wird bei der Finanzausstattung der Kitas selten berücksichtigt, es fehlt an hauswirtschaftlicher Fachkompetenz sowie an adäquater Küchenausstattung und Speiseräumen.
Nur zwölf Prozent der Kitas reichen den Kindern genügend Obst, lediglich 19 Prozent ausreichend häufig Salat oder Rohkost. Fisch steht ebenfalls zu selten auf dem Speiseplan: Diesen DGE-Standard erfüllen nur 30 Prozent der Kitas. Fleisch hingegen bieten drei Viertel der Kitas zu häufig an. Auch die Caterer sind noch zu wenig auf kindgerechte Verpflegung ausgerichtet: Deutschlandweit lassen zwei von drei Kitas das Mittagessen anliefern. Aber nur jeder zehnte Caterer, der eine Kita beliefert, bietet speziell an den Bedarfen von Kindern ausgerichtete Mittagessen an.
Das Essensgeld unterscheidet sich erheblich: Es reicht von 75 Cent bis zu sechs Euro pro Mahlzeit. Durchschnittlich zahlen Eltern den Kitas 2,40 Euro für ein Mittagessen ihrer Kinder. Damit hängt die Qualität des Mittagessens der Kinder von den Entscheidungen und Zuschüssen der jeweiligen Träger oder der Kommune ab. Denn eine gesunde und ausgewogene Mittagsverpflegung, die den DGE-Standard erfüllt, kostet der Studie zufolge mindestens 4 Euro.
Die vorliegende bundesweit repräsentative Studie stellt den Status quo der Kita-Verpflegung in Deutschland erstmalig dar und zeigt entsprechende Weiterentwicklungsbedarfe auf. Zu diesem Zweck wurden insgesamt 1.082 Kitas aus allen Bundesländern zu ihrem Verpflegungsangebot befragt unter der Leitung von Prof. Ulrike Arens-Azevêdo von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

Mehr zum Thema in der rhw management 7/8 2014

Wir berichten zudem ausführlich über die Studie in rhw praxis 3/2014