Hygienetipps und ein neuer Waschmaschinen-Sanierer

Alles sauber in der Waschmaschine? Vor fünf Jahren wurden durch die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) Biofilme von elf Haushaltswaschmaschinen aus Asien, den USA und Europa untersucht, die länger in Gebrauch waren. 70 verschiedene Keime wurden in den Biofilmen isoliert – davon gehörten rund ein Drittel zur Risikogruppe 2.

Diese Keime bilden ein potenzielles Gesundheitsrisiko für Menschen, heißt es von den Studienleitern Daniel Fäh und Caroline Amberg. Unter ihnen fanden sich Pseudomonas aeruginosa, Burkholderia cepacia, Trichosporn sp. oder Serratia marcescens. Die Vermutung der Empa-Forscher: Da die Verwendung bleichehaltiger Waschmittel abgenommen hat und gleichzeitig auch der Wasserverbrauch sowie die durchschnittliche Waschtemperatur in den letzten Jahren gesunken sind, wirkt sich dies auch auf die Hygiene in der Maschine und an den gereinigten Textilien aus. Diese Trends führen mit größter Wahrscheinlichkeit zu einer schlechteren Keimentfernung im Waschprozess, heißt es.

„Wenn also eine Waschmaschine versifft ist, wenn ich das mal so platt sagen darf“, so Patricia Röber, Leitung QM und Entwicklung bei der AFZ GmbH, „dann finden dort auch immer wieder Kreuzkontaminationen beispielsweise mit Wischbezügen und Tüchern aus dem Sanitärbereich statt, und am Ende landen die Fäkalkeime irgendwann auch auf dem Schreibtisch.“ Ursprünglich hatte das findige Unternehmen aus Paderborn 2013 vor, einen Reiniger für Bierleitungen zu entwickeln. „Doch in Gesprächen mit unseren Händlern haben wir festgestellt, dass der Bedarf bei Waschmaschinen viel höher ist“, so Röber. „Es gibt zwar bereits Reiniger für Waschmaschinen, doch die zielen vorrangig nur auf die Entkalkung ab.“

Was ist hinter der Trommel los?

Deshalb sollte beim Anblick und der Reinigung der Waschmaschine nicht nur an die blitzblanke Trommel, sondern auch an das gedacht werden, was sich hinter der Waschmaschine befindet, also zum Beispiel die Sumpfpumpe oder die Abführschläuche. Im Gegensatz zu den auf dem Markt bereits erhältlichen Waschmaschinenreinigern geht das im Juli 2015 vorgestellte Produkt weiter. Es entfernt Kalk, Schmutz, Ablagerungen, Biofilme, es ist eine zusätzliche Abflussreinigung und bietet Schutz vor Citratstein auf Heizstäben. Ein Liter des Reinigers wird direkt in die Trommel eingefüllt und dann das 60-Grad-Programm gestartet. Hierdurch werde eine rückstandsfreie Innenreinigung der Waschmaschine gewährt, betont das Unternehmen. Zusätzlich sind Kriechtenside in dem Reiniger, die in der Lage sind, große Teile der Biofilme in Pumpen, Flansch und Abfluss-Schläuchen zu beseitigen. Nur wenn Ablagerungen und Biofilme zwischendrin abgebaut werden, kann der Waschvorgang zum gewünschten Ergebnis führen. Sind Pumpen oder Schläuche mit schmutz- und fetthaltigen Ablagerungen zugesetzt, funktioniere auch das Abpumpen der Schmutzwasserflotte im Hauptwaschgang nicht optimal.

Pflege von Waschmaschine und Wäschetrockner

Die Pflege der Elektrogeräte kommt leider oft zu kurz, dabei sind sie so gut wie täglich im Einsatz. „Damit sie lange zuverlässig und effizient arbeiten, ist eine regelmäßige Reinigung und Pflege unabdingbar“, stellt auch Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+ fest und gibt dazu nützliche Tipps.

– Die Waschmaschine mindestens einmal im Monat mit pulverförmigem Vollwaschmittel bei 60 Grad laufen lassen. Das vermeidet unangenehme Gerüche durch Keime und Bakterien.

– Nach dem Waschgang die Trommeltür und Waschmittelschublade offen lassen. So kann die Restfeuchte verdunsten und es bildet sich kein Schimmel.

– Die Waschmittelschublade regelmäßig unter fließendem Wasser säubern, damit sich Waschmittelreste nicht festsetzen können.

– Das Dichtungsgummi der Tür regelmäßig von Schmutzresten und Gegenständen befreien, damit es beim nächsten Waschgang nicht beschädigt wird.

– Sowohl bei der Waschmaschine als auch beim Wäschetrockner das Flusensieb regelmäßig reinigen. Ein volles Flusensieb etwa im Wäschetrockner kann die Luftzirkulation beeinträchtigen und die Trocknungszeit unnötig verlängern.