Gästehaus mit Musik

Im Institut Sankt Sebastian in der Salzburger Altstadt leben (Musik)-Studenten aus der ganzen Welt. Seit Februar 2013 ist Hauswirtschaftsmeisterin Petra Menzel dort Heimleiterin und Geschäftsführerin. Wir besuchten sie zwei Tage lang.

Es sind natürlich andere Gäste, denen man in solch einem Haus begegnet. Die Mozart-Stadt Salzburg lockt mit dem nahe gelegenen Mozarteum der Universität Studenten aus der ganzen Welt an. Einige von ihnen leben während ihres Studiums, das sich oft über mehrere Jahre erstreckt, im Institut Sankt Sebastian in der Salzburger Altstadt. Und so trifft man auf dem Flur eine angehende Dirigentin aus Palermo oder US-Studenten, die auf der Sonnenterrasse lernen oder abends in kurzen Hosen und Flip-Flops im Erdgeschoss Wäsche waschen. Dazu erklingen bis 22.00 Uhr Jazz-Töne aus dem Musik-Übungsraum mit dem häufig genutzten Klavier. Nur etwa 100 Meter vom Haupteingang des Gästehauses entfernt befindet sich auf dem gleichnamigen Friedhof nicht nur das Grab Anton Hasslauer, Stifter des Instituts Sankt Sebastian, sondern auch das von Mozarts Vater Leopold.

 

Seit Februar 2013 neue Heimleiterin

Dies ist also die neue Arbeitsstätte von Petra Menzel, die seit Februar 2013 im Institut Sankt Sebastian als Heimleiterin arbeitet und inzwischen sogar zur Geschäftsführerin aufgestiegen ist. Die Hauswirtschaftsmeisterin arbeitete vorher fünf Jahre in Haus Hohenfried e.V., einer Wohn- und Arbeitsgemeinschaft für Menschen mit geistiger Behinderung in Bayerisch Gmain (siehe auch Bericht in rhw management 1/2011).

Wie kam es dann zu ihrem Entschluss, die Arbeitsstelle zu wechseln? „Wissen Sie, mit 45 Jahren ist ja sozusagen Halbzeit im Leben“, sagte sie, „und so wollte ich einfach noch mal etwas Neues anfangen“.

Auf einem Online-Portal entdeckte sie dann die Anzeige einer Personalagentur, auf die sie sich beworben hat, ohne den Arbeitgeber zunächst zu kennen. Sie setzte sich damals in einem Assessment-Center (mit allein 300 Fragen zur Persönlichkeit) gegen 40 Bewerber durch und kam in die Endrunde der letzten drei Bewerber. Nun erfuhr sie endlich auch, wer der Arbeitgeber ist: es war die Erzdiözese Salzburg! „Da war ich baff – denn ich habe immer wieder eine gute Freundin aus Salzburg im Café direkt neben dem Institut zum Brunch getroffen – wer hätte ahnen können, dass sich nur ein paar Meter weiter meine zukünftige Arbeitstelle befinden würde!“

Ihre Vorgängerin hatte das Pensionsalter erreicht und wies Anfang 2013 ihre Nachfolgerin Petra Menzel noch einen Monat lang ein. Und dann gab es gleich jede Menge zu tun: Denn das Gästehaus war in die Jahre gekommen und musste nun Stockwerk für Stockwerk renoviert werden. Petra Menzel informierte sich auf Messen, bei benachbarten Heimleitern und im Gespräch mit Bäderarchitekten, um das Optimum für den Umbau zu finden.

Robert Baumann

 

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