Der Feind in meinem Bett

„Unkraut vergeht nicht“ sagt ein altes Sprichwort. Das Gleiche trifft auch auf Ungeziefer zu. Bettwanzen, der Schrecken jeder Hausdame, schienen lange Zeit zumindest in Europa ausgerottet zu sein, aber jetzt sind sie wieder auf dem Vormarsch.

Bettwanzen gehören zu den am schwierigsten zu bekämpfenden Schädlingen, allein deshalb, weil ein Befall nicht einfach zu erkennen ist. Nur nachts wagen sie sich heraus, saugen eine Zeit lang Blut und verschwinden dann wieder.

Wie werde ich Bettwanzen wieder los?
Um Bettwanzen zu beseitigen, gibt es drei unterschiedliche Methoden: die chemische Methode, die Hitzebehandlung und die Vereisungsmethode. Bei der chemischen Methode wird mit Nervengift gearbeitet, das in dem betroffenen Zimmer versprüht wird.
„Die Hitzebehandlung funktioniert wie Eierkochen“, erklärt Dr. Gerhard Karg, studierter Biologe, vereidigter Sachverständiger für Schädlingsbekämpfung und Experte der Firma Schneemeister GmbH. „Die Temperatur muss mindestens 60 °C betragen, dann wird das Eiweiß in den Schädlingen praktisch gekocht.“ Die Vereisungsmethode, mit der die Schneemeister GmbH arbeitet, verwendet recyceltes flüssiges Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Industrie. Damit wird ein Trockenschnee erzeugt, der Bettwanzen und andere Schädlinge einfriert. „Das Wasser in den Zellen der Tiere wird zu Eis und dehnt sich deswegen aus, so dass die Tiere einfach platzen“.

Ein totgeschwiegenes Thema
„Leider wird das Thema in Deutschland komplett ignoriert“, stellt Dr. Karg fest. Während man dem Problem im Ausland offensiv begegnet, wird es in Deutschland großflächig ignoriert – obwohl umfassende Prophylaxe eigentlich das Beste wäre.

Von: Esther Zierer

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