Detaschur – aber richtig!

Die Fleckenbehandlung bei Textilien erfordert Erfahrung mit der Fleckenherkunft und der passenden Methode. Worauf ist dabei zu achten?

Unter Detachur wird die Entfernung von örtlich begrenzten Flecken aus Textilien verstanden. Der Begriff stammt aus dem Französischen (tache = Fleck; détacher = lösen). Die Kunst der Entfernung von Flecken hat eine lange Tradition. Berufsbezeichnungen wie Fleckenkünstler, Fleckenvertilger, Entflecker belegen dies.
Mit dem Beginn der Chemischreinigung im Lösemittel Terpentin um 1825 verlor der Beruf des Detacheurs etwas an Bedeutung. Heute ist die Detachur Bestandteil der professionellen Textilpflege und ein wichtiges Qualitätsmerkmal für den Kunden. Die Detachur ist sozusagen die Visitenkarte einer Textilreinigung.

Die Fleckentfernung kann vor der Grundreinigung (Vordetachur) oder nach der Grundreinigung (Nachdetachur) erfolgen. In der betrieblichen Praxis hängt die Entscheidung häufig von den Eigenschaften des eingesetzten Lösemittels (vgl. S. 252) und der Art der Verfleckung ab. Für eine Vordetachur spricht, dass Flecken in der Ursprungsform vorliegen, eine Gerinnung von eiweißhaltigen Flecken beim Trocknen in der Reinigungsmaschine vermieden wird und eine rationelle Bearbeitung möglich ist.
Eine Nachdetachur ist bei Verfleckungen, die erst nach der Grundreinigung sichtbar werden, und bei Flecken mit lösemittelunlöslichen Bestandteilen erforderlich. Vorteilhaft ist, dass nur die Flecken bearbeitet werden, die während des Reinigens nicht entfernt wurden.

Kriterien zur Fleckerkennung
Flecken unterscheiden sich im Erscheinungsbild voneinander. In der Praxis werden verschiedene Kriterien zur Bestimmung eines Flecks herangezogen.
Die Kriterien sind eine gute Unterstützung, wenngleich sich nicht alle Flecken damit eindeutig bestimmen lassen, da die Flecken meist aus verschiedenen Bestandteilen bestehen. Ein Senffleck besteht zum Beispiel aus Senföl, Eiweiß, Gewürzen und bestimmten Zuckerverbindungen.
Die Abbildungen zeigen verschiedene Flecken auf einem Baumwollgewebe. An diesen Beispielen lassen sich die verschiedenen Kriterien gut erkennen.
Flecken unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Farbe, des Fleckrandes, des Griffes der Flecksubstanz, der Haftung auf der Oberfläche und ihres Geruchs. Orientieren kann man sich ebenso an der Lage des Flecks auf dem Textil wie an der Größe des Flecks. So sind sehr große, verlaufene Flecken meist wässrig gebunden.

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Text und Fotos: Buchtipp „Fachwissen Professionelle Textilpflege“, erscheint im Frühjahr 2018 im Verlag Europa-Lehrmittel, vorzubestellen unter www.fachbuchdirekt.de